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Tee

Wie eine Kanne teevolutionierte

Selten hat ein Designobjekt solches Aufsehen erregt: Als die Teekanne Mono Classic 1983 erschien, jubelten Teefreunde und Designfans gemeinsam über die gelungene Synthese aus Form und Funktion. Schlicht genial war die Idee, das Sieb nahezu so groß zu machen wie die Kanne, um den Teeblättern mehr Raum zur Entfaltung ihres Aromas zu geben. Alle bisherigen Teezubereitungsmethoden haben nämlich jeweils ihre spezifischen Nachteile: Tee-Eier, Teebeutel und die üblichen kleinen Teesiebe vereinfachen zwar die Zubereitung, halten aber auch das Aroma gefangen. Bei der englischen Zubereitungsmethode, die Teeblätter in der Kanne aufzugießen und darin zu belassen, kann sich das Aroma zwar zunächst ungestört entfalten, doch entstehen schon nach einigen Minuten störende Bitterstoffe. Die Mono Teekanne vereint die Vorzüge der bisherigen Methoden und ermöglicht durch ihre einzigartige Konstruktion und die Verwendung absolut geschmacksneutraler Materialien eine ungestörte Aromaentwicklung. Das Sieb besteht aus stabilem, rostfreiem Edelstahlgewebe, die Kanne aus feuerfestem Duran-Glas. Intelligente Details erhöhen die Freude am Teegenuß: Die spezifische Geometrie der Glashalbkugel bewirkt, daß der letzte Rest Flüssigkeit mit den darin enthaltenen Teekrümeln in der Kanne bleibt.

Die Qual der Wahl

Das Mono Tee Sortiment wurde stetig erweitert. Die Mono Filio Teekannen sind einer konsequente Weiterentwicklung der Classic Variante. In zwei Varianten und zwei Größen machen die Teezubereitung zu einem faszinierenden Schauspiel: In einer Kulisse aus Glas, Metall und Licht ziehen schwebend die Teeblätter und entfalten dabei ihr köstliches Aroma. Mit Mono Ellipse gelang Tassilo von Grolman 2010 nochmals eine Überraschung: Weltweit erstmalig war das hitzebeständige Borosilikat-Glas mit asymmetrischer Form oben rund, unten elliptisch.

Wie alles begann

Im Herbst 1980 wurde Tassilo von Grolman zu einem Tee­ abend in das Rosenthal Studiohaus in Frankfurt eingeladen, um über die Gestaltung und Funktionalität von Teekannen zu referieren. Er musste bekennen, dass für die Zubereitung opti­ malen Tees eigentlich zwei Teekannen benötigt werden: eine Kanne, in der der Tee aufgebrüht und durch ein Sieb in eine zweite vorgewärmte Kanne geseiht wird. Unbefriedigend für den teetrinkenden Designer, den das Thema nicht los ließ. Nach einer schlaflosen Nacht hatte er die zündende Idee für das Design der mono­Teekanne. Zum 25. Jubiläum wurde das Sortiment der mono­Teekannen um neue Material­ und Form­ varianten erweitert.

Ausgezeichnet

Rat für Formgebung, Frankfurt · Haus Industrieform, Essen · Design­Ausstellung, Moskau · Staatliche Kunstsammlungen, Kassel · The Metropo­litan Museum of Art, New York · Cooper Hewitt Museum, New York 1985 · form 84, Frankfurt · Die Neue Sammlung – Staatl. Museum für an­gewandte Kunst, München · Corning Museum of Glass, New York 1985 · Victoria and Albert Museum, London · IF, Hannover 93 · DDC – Deutscher Designer Club, Frankfurt Silber · Good Design Award 2012 · German Design Award 2013 - Nominee